Aufgaben

Die Bezirkszentralen (BZ) haben die Aufgabe die Leitstelle Tirol (LT) bei besonderen Einsatzsituationen zu entlasten. Die BZ`ten gelten zugleich auch als Ausfallebene für die Leitstelle Tirol. Dazu wurde festgelegt, welche einsatztaktischen Aufgaben auf Basis welcher Organisation und Prozesse von der BZ wahrgenommen werden müssen.

1. BZ-Besetzung zur Unterstützung der Einsatzleitung bei Katastrophen

Bei bestehenden oder drohenden Katastrophen auf Gemeinde-, Bezirks- bzw. Landesebene wird gem. KatMG (Katastrophenmanagementgesetz) zunächst der dafür zuständige Einsatzstab einberufen. Auf Anweisung der jeweils zuständigen Einsatzleitung (Stab) wird die Leitstelle Tirol aufgefordert, das zuständige Personal zur Besetzung der jeweiligen BZ zu alarmieren (Pager/SMS).

Notrufe werden ausschließlich von der LT entgegengenommen. Alle Dispositionsentscheidungen werden in der LT getroffen, die Nachalarmierung wird ebenfalls in der LT durchgeführt.

2. BZ-Besetzung zur Unterstützung bei Großschadenslagen (unterhalb der Katastrophenschwellen)

Bei regionalen Großschadenslagen (Großbrand, Gefahrengutunfall, Einsätzen über einen längeren Zeitraum, usw.) unterhalb der Katastrophenschwelle wird in der Regel keine Einsatzleitung (Stab) gemäß KatMG einberufen. Großschadenslagen werden entweder automatisch über entsprechende Einsatzstichworte definiert oder vom Disponenten der LT als solche deklariert.

Zunächst wird bei derartigen Schadenslagen die Bearbeitung des Einsatzes aus dem Regelbetrieb ausgekoppelt und auf abgesetzte Sonderlage-Einsatzleitplätze in der Leitstelle abgewickelt. Die Leitstelle kann entscheiden, ob die Besetzung der BZ für die jeweilige Großschadenslage notwendig und sinnvoll ist.

Notrufe werden ausschließlich von der LT entgegengenommen. Alle Dispositionsentscheidungen werden von der LT getroffen, die Nachalarmierung wird ebenfalls in der LT durchgeführt.

In diesem Szenario ist die Kommunikation mit den Einsatzkräften vor Ort die Hauptaufgabe der BZ. Neben der reinen Sprachkommunikation stellt die BZ auch verschiedene Informationen, wie z. B. geografisches Datenmaterial, zur Verfügung. Dazu greift die BZ auf die zentralen Systeme der Leitstelle zu.

3. BZ-Besetzung zur Unterstützung bei hohem Einsatzvolumen (unterhalb der Katastrophenschwelle)

Unter hohem Einsatzvolumen werden Lagen verstanden, bei denen in einer Region viele, aber in der Regel kleinere Ereignisse zur selben Zeit auftreten, z. B. das Auspumpen überschwemmter Keller nach einer Gewitterfront. Eine Unterstützung durch die BZ erscheint vor allem dann sinnvoll, wenn das Einsatzvolumen über mehrere Tage hoch bleibt.

Falls die Kapazität in der Leitstelle zur Bearbeitung dieser Aufgaben nicht mehr ausreichen, wird das BZ-Personal alarmiert.

Die eingehenden Notrufe werden ausschließlich in der LT angenommen. Alle Anrufe werden im ELS (Einsatz-Leitsystem) als Event erfasst. Die relevanten Events werden der BZ als „View auf der ELS“ zur Abarbeitung dargestellt.

Die BZ koordiniert in diesem Falle die Abarbeitung der Events durch die Einsatzkräfte. Dispositionen und Nachalarmierungen werden durch die LT durchgeführt. Die Nachalarmierung entsprechender Hilfsmittel und Ressourcen für die Abarbeitung der Ereignisse wird zentral durch die BZ bei der Leitstelle angefragt.

4. Bezirkszentrale als zweite Rückfallebene der Leitstelle Tirol

Für den Fall, dass die Leitstelle Tirol ausfällt bzw. vom Hilfesuchenden aufgrund einer Verbindungsunterbrechung im Bezirk bzw. vom Bezirk zu Leitstelle nicht mehr erreichbar ist, übernimmt die BZ die Rolle einer zweiten Rückfallebene der LT.

Abhängig vom auslösenden Grund für dieses Szenario kann die Besetzung der BZ von folgenden Personen veranlasst werden:

-    Entscheidung des Schichtleiters der Leitstelle Tirol
-    Anweisung des Bezirks-Feuerwehrkommandos (BFI, BFK bzw. BFKSTV)
-    Behörde (LH, LR, BH)

Die Leitstelle Tirol muss die Umleitung der Notrufe (122, 140, 144) veranlassen.

Die BZ übernimmt in diesem Fall für den betroffenen Bezirk die Aufgaben der Leitstelle, jedoch definitiv nicht die Agenden zur Überwachung der Landesstraßentunnel.

Der Notruf 144 wird zu den jeweiligen Rot Kreuz-Bezirksstellen, die noch nicht der Leitstelle Tirol aufgeschaltet sind, geroutet.
 

Zusammenfassung

Die BZ´ten werden generell nur im Bedarfsfall besetzt. Das Personal für die Besetzung der BZ im Ernstfall wird von der Feuerwehr beigestellt. Die Feuerwehr hat entsprechende Vorkehrungen zu treffen, dass die BZ bei Bedarf binnen max. 30 Minuten besetzt werden kann. Anlassbezogen können Personen weiterer Einsatzorganisationen bzw. der Leitstelle hinzugezogen werden.

Die Alarmierung des erforderlichen BZ-Personals erfolgt in jedem Fall durch die Leitstelle. Die Hauptaufgabe der BZ ist im Allgemeinen die Unterstützung der Einsatzleitung (Stab) bzw. der Leitstelle Tirol bei bestimmten. Einsatzlagen. Abhängig vom jeweiligen Szenario werden verschiedene Aufgaben der Leitstelle durch die BZ übernommen und verantwortlich durchgeführt.